Monday, 5 October 2015

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Der Pfiffige und der Dumme!

Er war pfiffig. Wieder einmal hatte er seinem reichen Nachbarn ein schlechtes Werkzeug für sehr viel Geld verkauft. „Wie kann ein Reicher nur so dumm sein?“ dachte er bei sich. „Wie hatte es dieser geschafft, trotz so vieler Dummheit so viel Geld zusammenzuscheffeln?“ Und er, der sich doch für so pfiffig hielt, musste diesen reichen Einfaltspinsel immer in kleinen Dingen betrügen, ohne auf einen grünen Zweig zu kommen.
Eines Tages ging er dann wie jeden Sonntag vor der Kirche auf den Markt, um wie andere seinen Stand aufzubauen und seine Ware anzubieten. Es sollte ein großer Tag werden, der lokale Fürst hatte sich angekündigt. Die Würdenträger der Stadt versammelten sich, um ihm aufzuwarten. Trompeten erklangen, alle blickten in die Richtung, in der sich eine große Staubwolke zeigte. Pferde trabten heran, wobei einige Stände zertrampelt wurden. Dann saßen die Reiter ab und bildeten einen Korridor. Langsam schritt der hohe Herr voran. Nachdem er die Huldigungen der Stadthalter entgegengenommen hatte, ging er an einigen Ständen vorbei, um sich die angebotenen Waren zeigen zu lassen. Auch zum Halbzelt unseres Pfiffigen kam er heran, sah sich etwas an, nahm es und gab es einem seiner Diener. Eine Reihe Diener marschierte an ihm vorbei, und der letzte warf ihm einen bösen Blich zu, wonach unser Pfiffiger keinen Laut von sich zu geben wagte.
Tage, Wochen, Monate vergingen, aber umsonst wartete er darauf, dass jemand käme, ihm die Ware zu bezahlen. Bis er einmal seinen Nachbarn, den dummen Würdenträger an seinem Haus vorbeispazieren sah. In der Hand trug er die unbezahlte Ware. Es war ein Geschenk des lokalen Fürsten gewesen.
Wer war wohl jetzt der Dumme?

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